Stefan Heide - Städte und Menschen
Galerie Richter – Masset
Ausstellung vom 23.10. bis 22.11.2008
Vernissage am Do. 23.10. um 19.30 Uhr
in der Galerie Richter & Masset
Würmtalstr. 20
81375 München
Die Gruppe Piazza Grande spielt sizilianische und römische Chansons.
Die Eröffnungsrede hält Marion von Schabrowsky
Der Ausgangspunkt für die bildnerische Gestaltung der Rom-Serie ist für Stefan Heide die Unmöglichkeit der Darstellung eines Porträts. Das Prinzip der Serie antwortet bei Heide auf die Nichtabbildbarkeit einer Person – im Fall von Rom, einer Stadt – und stellt somit das Problem der Nichtfixierbarkeit von personaler oder städtischer Identität auf Dauer.
Im Herbst 2007 verbringt der Künstler einige Wochen in Rom. Ohne Baedeker in seinen Händen, erkundet er am Tag und in der Nacht die Stadt. So entwickelt Heide ein Gespür und eine Ehrfurcht für Rom mit seinen historischen Behausungen und menschlichen Tragödien. Mit seiner einzigartigen Architektur, welche nach den Prinzipien von Idealmaß, Harmonie, Proportion und Rhythmus gestaltet ist, stellt Rom für den Künstler ein Filetstück unter den Weltstädten dar. Die prächtigen öffentlichen und privaten Gebäude bilden die Koordinaten im Stadtbild. Gleichzeitig verweisen Geschichte und unaufhaltsamer Verfall, welche sich in den Hausfassaden spiegeln, auf ihre Funktion als zeitlich begrenzte Behausungen für die städtischen Bewohner. Zumeist überdauern die Häuser das Leben ihrer Bewohner. Während seines Aufenthalts in Rom filtert Heide die Matrix der „Ewigen Stadt“ mit seiner Fotokamera heraus. Dabei widersteht er der Versuchung, Rom aus der Sightseeing Perspektive zu fotografieren. Es sind die Zustände des Umherschweifens, welche an unbekannten Gebäuden und Fassaden manifest werden und als Blickbegehren mit dem mechanisch-elektronischen Auge der Kamera eingefangen werden. Die Römischen Hausfassaden sind die Filter ihrer Bewohner mit ihren Falten der Zeit. Als Speicher der Erinnerung erzählen die Gebäude von der Vergänglichkeit des Menschen. Diese Fotografien bilden das Materialreservoir und die Inspirationsquelle sowie den Bezugsrahmen für die einzelnen Gemälde der Rom-Serie.
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